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Was unsere Großeltern noch wussten: Der Bolzenspitzer

Was unsere Großeltern noch wusstenIn unserer Serie »Was unsere Großeltern noch wussten« möchten wir heute ein Werkzeug in Erinnerung rufen, das in jüngerer Zeit zu Unrecht ein Schattendasein fristet. Der Bolzenspitzer ist eine alte und sehr nützliche Erfindung. Denn wenn auch manch einer glaubt, die physikalischen Gesetze wären in unserer hochtechnisierten Welt nur noch bloße Vorschläge, wird er spätestens dann eines Besseren belehrt sobald es sein Bolzen nicht mehr bis zur Scheibe schafft.

Grund ist - das haben wir alle in der Schule gelernt - der Luftwiderstand. Welcher bekanntlich im Quadrat der Geschwindigkeit ansteigt. Das heißt, bei 200 km/h ist der Luftwiderstand 100 mal so hoch wie bei 20 km/h, 400 mal höher als bei 10 km/h und erreicht gar das 40.000-fache im Vergleich zu 1 km/h. In der Relation nicht zu unterschätzen.

Unsere 30 m-Bolzen sind mit V0 = 216 km/h unterwegs. Eine Geschwindigkeit, bei der sich Automotoren gerne einen besonders tiefen Schluck aus dem Tank gönnen. Was den kleinen Bolzen jedoch versagt bleibt. Einmal von der Sehne angeschubst müssen sie mit der Menge Energie auskommen, die sie beim Verlassen der Laufschiene im Gepäck haben. Das sind bei einem Gewicht von 37 g gerade einmal 66 Joule. Zum Vergleich: Ein Bund Radieserl bringt es auf 50 Kilojoule. Das ist die über 750-fache Energiemenge!

Von den 66 Joule kann das Geschoss also nicht lange zehren, wenn es mit stumpfem Kopf 30 Meter Luft durchpflügen muss. Zur Zeit unserer Großeltern wusste man Rat. Stromlinienform hieß die Patentlösung. Von der Lokomotive bis zur Fönwelle war alles auf Stromlinie getrimmt. Autos sahen aus wie rundgelutschte Malzbonbons. Düsenflugzeuge waren lang, schnittig und elegant. Die plattgeschossenen Armbrustbolzen wurden mit dem Bolzenspitzer aufgemöbelt, damit sie wieder schön windschlüpfig waren. Was im Nebeneffekt auch Energie sparte.

All das scheint mittlerweile vergessen. Heute sehen manche Flugzeuge aus wie wildgewordene Schubkarren, Autos so als wären sie grob aus einem einzigen Eisenklotz gefräst. Und wir leisten uns in Zeiten der Energieknappheit den Luxus, stumpfe Bolzen mit dem Luftwiderstandskoeffizienten einer Wohnzimmerschrankwand zu verschießen. Wenigstens um letzterem Abhilfe zu schaffen, hat sich die »Bayerische Untersuchungsstelle für Mechanik- und Materialstudien« (BUMMs) in Schneizlreuth zusammen mit dem Fraunhäuser-Institut an die Arbeit gemacht und dem klassischen Bolzenspitzer mit modernen Mitteln neues Leben eingehaucht.

Das Ergebnis ist ein kompakter Bolzenspitzer, der in der Hosentasche transportiert werden kann. Musste man beim herkömmlichen Spitzer noch mühsam die Kurbel drehen, erledigt das heute ein kleiner Hochleistungselektromotor. Angetrieben wird dieses Wunderwerk der Feinmechanik durch Energie aus einer innovativen Li-alc-Batterie, die mit ein paar Tropfen Obstler oder einem Schluck Bier wochenlang Strom liefert.

Bolzen stumpf Bolzen angespitzt
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